Der Begriff Detailer wird aus dem Englischen „car detailing“ abgeleitet. Unter „detailing“ versteht man eine handwerkliche Tätigkeit, welcher der optischen und hygienischen Wiederherstellung des Originalszustands eines Fahrzeugs dient. Als Detailer wird also entweder eine Person bezeichnet, welche das Detailing ausführt oder (im deutschen Raum gebräuchlicher ist) ein Produkt bzw. Mittel, welches zum Detailingzweck eingesetzt wird. Zubehörartikel, wie Pinseln, Tücher usw. werden nie direkt als Detailer bezeichnet, sondern höchstens mit dem Zusatz, z.B. Detailing Pinsel.

Die häufigste Anwendung findet der Detailerbegriff bei den sprühbaren Reinigungs- und Pflegemitteln für Lackoberflächen sowie Kunststoffoberflächen im Innenraum eines Fahrzeugs.

Detailer in der Lackpflege

Den Grundstein für die Verankerung des Begriffs in der Lackpflege für zwischendurch wurde vermutlich von Meguiars mit dem Quick Detailer gelegt. Das Produkt war zu schnellen und unkomplizierten Reinigung der (idealerweise versiegelten) Lackoberoberfläche gedacht und keine explizite Versiegelungseigenschaften besitzen.

Der Schwerpunkt lag zunächst tatsächlich in einer möglichst milden Reinigung der Oberfläche. Dazu zählen oberflächlicher Schmutz, Blütenstaub, leichte Kalkflecken sowie Fingerabdrücke. Die meisten Detailer lassen sich als Trockenhilfe einsetzen. Und Manche dienen wiederum häufig als Gleitmittel (Clay Lube) für die Lackreinigungsknete.

Ein Lack Detailer kann neben der Reinigungsagents auch Pflegestoffe enthalten. Dies können zunächst einfache UV-Blocker sein, welche die Lackoberfläche in der Regel abdunklen (UV-B). Aber auch natürliche Wachse (Carnauba) sowie Polymerversiegelungskompontenten sind heutzutage eher die Regel als Ausnahme.

Der heutige Trend verlangt von den Lack-Detailern immer höhere Versiegelungsleistungen und so ähneln viele moderne Produkte eher den Sprühversiegelungen als den klassischen Detailern. Dies ist nicht immer von Vorteil, da das Haftungsvermögen der Versiegelungskompente im Detailers auf einer intakten Lackversiegelung in der Regel bezweifelt werden kann. Außerdem kann es durchaus vorkommen, dass man sich explizit keine Nachversiegelung wünscht. Dies macht die Pro/Contra Abwägung insbesondere bei carnauba-haltigen Detailern sehr schwierig.

Detailer & Trockenwäsche (Waterless Wash)

Der Einsatz der Quick Detailer in der Lackreinigung hat einen großen Einfluss auf die Entstehung des Begriffs der Trockenwäsche ausgeübt. Die Formulierungen wurden mit den Jahren immer leistungsfähiger und die Microfasertücher immer dicker und weicher. Diese Kombination hat zu einer großen Akzeptanz der wasserlosen Wäsche als Alternative zu der klassischen Eimerwäsche geführt.

Waterless-Wash-Anleitung
Ein Trockenwäsche-Spray mit Polymerversiegelungsadditiven

Am Ende entstanden sogar mehrere Konzepte der Waterless Wash, dieses Thema ist aber einen eigenen Beitrag wert 😉

Die Anwendung der Lackreinigungsspray sowie weitere spannende Hintergrundinformationen zu Trockenwäsche beleuchten wir in unserem Blogbeitrag: „Wasserlose Fahrzeugwäsche – was ist an dem Waterless Wash dran?„.

Einige Beispiele für klassische Lackdetailer:

Detailer in der Innenraumpflege

In der Innenraumpflege unterscheidet man explizit zwischen den Innenraumreinigern (Interior Cleaner), Detailern (Interior Detailer) und Dressing bzw. Lotions. Die echten Cleaner sind meist mit den gebrauchsfertig verdünnten APCs (Allzweckreiniger) vergleichbar und besitzen nur eine reine Reinigungsfunktion. Sie lassen sich i.d.R. sehr gut Aufschäumen, was dem Reinigungsprozess unter Hinzunahme der Pinsel und Bürsten sehr zugutekommt.

Die Anwendung des (Interior)Cleaners stellt den Schritt 1/2 einer professionellen Innenraumpflege an nicht saugenden Kunststoffoberflächen dar. Hier geht es darum die Verschmutzungen zu lösen und die Oberfläche möglichst intensiv zu reinigen.

Die echten Dressings bzw. Lotions sind ein Gegenteil von (Interior)Cleanern und haben eine reine „Versiegelungsfunktion“. Sie überziehen die Oberfläche mit einem unterschiedlich dicken UVA/UVB-Schicht und bewirken gleichzeitig eine Abdunkelung und Glanzerhöhung von matten Oberflächen. Die stärke dieses Effekts geht linear mit der Konzentration der UV-Blocker einher.

Die Anwendung des Dressings bzw. Lotions stellt den Schritt 2/2 einer professionellen Innenraumpflege an nicht saugenden Kunststoffoberflächen dar. Hier geht es darum, die zuvor gereinigte Oberfläche mit einer gleichmäßigen Schutzschicht zu überziehen, um diese gegen Staubanziehung und UV-Brand zu versiegeln.

Die abdunkelnde und glanzgebende Eigenschaft der Kunststoffpflegen (Dressing, Lotions, Detailings mit Pflegeanteilen) ist hilfreich zur optischen Kaschierung von kleinen Kratzern und Schürfstellen an matten Kunststoffoberflächen. Näheres in unserem Blogbeitrag: Kratzer auf unlackierten Kunststoffen beseitigen (Stossstangen, Cockpit, Innenraumverkleidung).

Wie man sich vielleicht denken kann, füllen die Innenraum-Detailer genau die Mitte zwischen den Cleanern und Dressings aus. Jeder Hersteller kocht dabei seine eigene Suppe und reichert sein Produkt mit beliebigen Additiven. Auch die Konzentration der UV-Blocker und die Ausprägung der Glanzstärke ist hier unterschiedlich. Viele, insbesondere amerikanische Hersteller (Meguiars, Surf City Garage) führen in jeder Produktserie einen eigenen Interior Detailer mit jeweils unterschiedlichen UV-Blocker-Konzentrationen.

Einige Beispiele für klassische Innenraum-Detailer:

Detailer
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