Leider ist der Bereich Lackkneten für viele Autopflege-Einsteiger immer noch ein undurchdringliches Mysterium. Dabei ist die Anwendung der Lackknete eigentlich ein Kinderspiel, man muss nur ein Paar wichtige Grundsätze und Regeln beachten.

Schritt 1: Vorwäsche bzw. Wäsche bzw. Trockenwäsche

Der wichtigste Schritt überhaupt. Dabei muss all der lösbare Schmutz wie Straßenschmutz (Teer, Flugrost), Sand und Bio-Kontamination (Laub, Honigtau, Bienenkot, Vogelkot, Insektenreste) von dem Lack runter. Auf keinen Fall mit der Knete an einen nicht vorgewaschenen Lack drangehen.

Bereits vor der Wäsche und je nach Bedarf kann ein Insektenentferner zum Einsatz kommen. Diese Mittel haben spezielle Chitin-lösende Inhaltstoffe, welche die Ablösung der Insektenschalen effektiver beschleunigen, als es zB. der Shampoo zu leisten vermag.

Beispielprodukte für diesen Arbeitschritt:

Die Vorwäsche ist optional und kann ganz normal mit einem Schaumsprüher und Snow Foam durchgeführt werden. Sollte optimalerweise in einer Waschbox beim Vorhandensein eines Hochdruckreinigers geschehen.

Beispielprodukte für diesen Arbeitschritt:

Anschließend kommt der Eimer, Schampoo und Handschuh zum Einsatz. Nach der Wäsche das Fahrzeug abtrocknen ist, aber für die Lackpartien, welche geknetet und poliert werden sollen nicht explizit notwendig. Da die evtl Kalkflecken eh mitentfernt werden.

Beispielprodukte für diesen Arbeitschritt:

Schritt 2: Teer- und Flugrostlöser verwenden (optional).

Die Teerentferner und Flugrostlöser sind zuverslässige Helfer, wenn es um eine weitere Vorreinigung der Lackoberfläche geht und helfen entscheidend die Kratzer zu vermeiden und die Knete zu schonen.

Beispielprodukte für diesen Arbeitschritt:

Dieser Schritt ist deshalb optional, weil die Lackknete diese Art von Kontamination zuverlässig entfernen kann. Je nach Belastung der Lackoberfläche kann jedoch passieren, dass die Knete am Ende zu sehr verschmutzt ist und deshalb schneller „altert“. Denkt daran, die Knete nimmt die entfernten Schmutzpartikel in sich auf und irgendwann sind soviele darin, dass die Knete zu einem Kratzklumpen „mutiert“.

Schritt 3: Kneten

Die Lackkneten gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, sie alle unterscheiden sich zum Teil stark in der Zusammensetzung und entsprechend auch in Klebrigkeit, Härte und Elastizität.
Leider sind auch viele schlechte dabei, welche erst bei hohen Umgebungstemperaturen sich überhaupt akzeptabel formen lassen oder bei der Lagerung mit der Dose sehr innig verkleben. Wir empfehlen nicht an dieser Stelle zu sparen und sich ein vernünftiges Produkt zu holen.

Trotz dieser Unterschiede ist die Anwendung der Knete immer gleich.

Die Lackknete ist kein Radiergummi! Auch wenn man hin und wieder von entsprechenden Slogans wie: „Verschmutzung einfach wegradieren“ und Ähnlichem hört – funktioniert die Knete viel mehr wie ein sehr sehr milder Schleifblock.

Gleitmittel für die Knete verwenden! Da sich die Knete am Lack „verbeissen“ durchaus kann, wird IMMER ein Knete-Gleitmittel verwendet. Diese sorgt dafür, dass sich ein flüssiger Gleitfilm bildet, auf dem die Knete über die Lackoberfläche gleitet und die hervorstehenden Verschmutzungen „wegradiert“. Statt einem Gleitmittel kann man auch durchaus einen Quick-Detailer / Trockenwäscheprodukt oder ein sehr stark verdünntes Shampoo verwenden, leider mit dem Risiko, dass die Knete sich damit nicht verträgt und ein Zersetzungsprozess viel schneller ansetzt.

Nun geht’s los. Die Knete zwischen die Handflächen nehmem und zu einem Puck formen. Dies hat den Vorteil, dass die Kontaktfläche erhöht wird und die Effektivität der Anwendung stark ansteigt.

Nun sowohl die Lackoberfläche als auch die Knete mit dem Gleitmittel ansprühen….

auf die Lackoberfläche legen und unter leichtem Druck der Finger auf der Knete über den Lack bewegen.

Anwendung der Lackreinigungskente

Dabei ist es vollkommen egal, ob man in Kreuzmuster oder kresenden Bewegungen arbeitet. Viel wichtiger ist immer wieder nachzusprühen, insbesondere bei vertikalen Oberflächen, wo das Gleitmittel schneller nach unten wandert.

Wenn der Lack unsauber ist werdet ihr besonders am Anfang schon am leichten „Schleifgeräuch“ merken, dass die Knete an Widerstand stößt. Mit jeder Bewegung über dieselbe Stelle gleitet die Knete immer leichter und somit ist es auch ein sehr guter Indikator für die Wirkung der Lackknete.

Anwendungs der Lacknete: Ergebnis

Ihr könnt die Knete immer wieder umdrehen und schauen, was diese an Schmutz mitgenommen hat. Das typische Bild eine „fleissigen“ Knete auf verschmutzem Lack sind rostfarbige Striche auf der sonst glatten Unterseite. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen den Knetenpuck zu wenden oder neu durchzukneten, wieder zu einem Punk zu formen und weiterzumachen.

Wenn Ihr nach der Knete polieren wollt, müssen die Reste des Gleitmittels nicht weggewischt werden, ansonsten ggf. einen kurzen Sprühstoß von Gleitmittel geben und die Lackoberfläche sauberwischen.

Beispielprodukte für diesen Arbeitschritt:

Tipp: Viele Anwender meinen, die Knete kann den Poliervorgang ersetzen und tragen den Wachs direkt nach dem Kneten auf. Wir raten von ab, denn die Knete ist nicht als Hochglanzfinish-Werkzeug gedacht – härtere Kneten produzieren sogar Swirls, welche man spätestens mit einer guten Kontrolllampe sieht. Mindestens einen Nachgang mit einer Hochglanz / Antihologrammpolitur ist hierbei fast schon Pflicht. Danach wie gehabt mit IPA-Reiniger kurz drüberwischen und erst dann Wachs / Versiegelung auftragen.

Eine übersichtliche Einführung zum Thema Polieren gibt’s hier

Wir hoffen, dieser Artikel beantwortet viele Euer Fragen und nimmt euch die Angst vorm Kneten weg und nun frohes Kneten…..

Reinigungsknete richtig anwenden – Lackvorreinigung vor dem Polieren
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2 Gedanken zu „Reinigungsknete richtig anwenden – Lackvorreinigung vor dem Polieren

  • Februar 4, 2019 um 1:59 pm
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    Das ist ja eine wunderbare Idee. Ich habe immer die Autowäsche bemüht. Eine Knete ist aber auch wunderbar.

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  • September 20, 2018 um 10:02 am
    Permalink

    Das ist ja interessant. Ein Freund nutzt immer Reinigungsknete, um das Auto schonend zu pflegen. Ich gebe unseren immer in die schonende Lackreinigung, wenn ich denke, dass es notwendig ist.

    Antworten

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